AfterlehenWurde einem Adligen (Graf, Herzog usw.) vom König, z.B. für besondere Verdienste, ein Lehen übergeben, so kam es oft vor das dieser das Lehen an einen eigene Vasallen (oft Niederadlige) weiter gab. Solche Lehen aus zweiter Hand bezeichnet man als Afterlehen.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] ArmbrustDie Armbrust ist zur Zeit der Kreuzzüge in Europa aufgetaucht. Sie besteht einem Bogen mit einer Sehne und einem Schaft mit Kolben. Verschossen wurde an Anfang Pfeile und Bolzen, später auch Kugeln. Lange Zeit durfte diese Waffe nicht von Rittern eingesetzt werden, da diese von der Kirche als eine Waffe für Heiden bezeichnet wurde.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] BurgDie Burg war eine mittelalterliche Wehranlage, die ihren Bewohnern (Ritter oder Adlige)glichzeitig als Wohnung diente. Die Burgen entwickelten sich aus den Kastellen und den Wehrtürmem (Burgus genannt), die die Römer als Grenzbefestigungen erbaut hatten.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] BurggrafDer Burggraf ist ein Adliger, der als Burg- oder Stadtkommandant fungierte und militärische, richterliche und administrative Funktionen innehatte. Nachdem der Titel erblich wurde, verkam das Amt nur noch zu einem bloßen Titel. Kennzeichnend ist die Abhängigkeit vom jeweiligen kirchlichen Stadtherrn. Ab dem 12. Jhd. entstanden zwischen Saale und Elbe viele Burggrafschaften, die sich durch eine Burg mit großem Landbesitz auszeichneten.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] BurgusEin von den Römer am Limes eingesetzter Grenzturm der von Wall und Graben umgeben war. Das Wort Burgus haben sich die Römer damals aus der germanischen Sprache entliehen. Denn die Germanen pflegten zu dieser Zeit kleine Kastelle der Römer als Burgus zu bezeichnen.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] ErbfolgeregelungIm Frühmittelalter war die Erbfolge so geregelt, dass jeder männliche Nachfolger beim Tod des Vaters den gleichen Teil des Besitzes erhielt. Das hatte zur Folge, dass die Besitze zunehmend aufgeteilt und verkleinert wurden. Dies bedeutete für die Bauern, wir für die Adligen geringeres Einkommen - und letztlich Armut. Im Hochmittelalter entwickelte sich die Tendenz zur Primogenitur, d.h. der gesamte Besitz wurde dem ältesten männlichen Nachfolger vererbt, so dass der Besitz komplett in einer Hand blieb.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] FeldschlangeEin aus dem 15.-17. Jahrhundert stammendes leichtes Geschütz mit kleinem Kaliber, aber langem Rohr, das die Treffsicherheit erhöhen sollte.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] GanerbenburgEine Ganerbenburg war immer im Besitz mehrerer Eigentümer. Viele Ganerbenburgen waren nicht als solche gebaut worden. Aber je weiter das Mittelalter fortschritt, um so mehr verarmten die meist niederadligen Besitzer der Burgen. Um ihre Burgen halten zu können mussten sie Anteile der Burg an andere Feudalherren, reiche Ritter oder Bürger verkaufen.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] GrafEin Graf ist ein sogenannter Kronvasalle aus der näheren Umgebung des Königs, dieser hatte hauptsächlich militärische Dienste zu erfüllen. Erst später kamen zu diesen Aufgaben noch zivile hinzu, wie z.b. Gerichte abhalten. Am Anfang wurden die Grafen mit Lehen bezahlt, d.h. er bekam von König Landbesitz (Grafschaft) verliehen. Nach dem die Lehen erblich wurden, war es den Grafen möglich ihre Landesherrschaft aufzubauen. Im späten Mittelalter verkam dann die Bezeichnung Graf zu einem bloßen Titel der verliehen werden konnte.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] GrundherrschaftGrundherrschaft bezeichnet das Eigentum eines Herrn an Grund und Boden. Diese zerfällt in zwei Bereiche:Einmal besteht die Grundherrschaft aus eigenen herrschaftlichen Betrieben. Zum zweiten aus an Bauern, zur Bearbeitung, abgegebene Besitztümer. Für dieses Land mussten die Bauern Abgaben in Form von Naturalien (später Geld) an den Grundherrn abgeben. [zurück zum Inhaltsverzeichnis] GutsherrschaftSonderform der Grundherrschaft wurde östlich der Elbe praktiziert. Bei dieser Sonderform hatten die Bauern, besonders in der Erntezeit, Frondienste zu leisten.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] HalsgrabenMit diesem Wort bezeichnet man den Durchstich eines Bergsporns an seiner engsten Stelle, praktisch dem Flaschenhals. Der beim Durchstich entstandene Aushub konnte dann praktischer Weise zu Steinen verarbeitet werden, mit denen dann die Burg (zumindest zum Teil) gebaut wurde.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] HerzogUrsprünglich war der Herzog ein gewählter oder ausgeloster Heerführer eines germanischen Stammes, dieser entwickelte sich weiter zum Repräsentant des Stammes. Der Titel wurde unter den Karolingern beseitigt. Nach dem Ende der Karolingern entstand der Herzogsstand von neuem. Herzöge verwalteten fortan bestimmte Amtsbezirke wie z. B. Bayern. Mit der Erblichkeit des Titels waren Herzöge als Machtfaktor gegenüber dem König nicht mehr zu beseitigen.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] MinisterialeAls Ministeriale wurden meist Ritter aus dem Niederadel bezeichnet, die als unfreie Dienstleute einem König oder Fürsten dienten. Eine der Aufgaben dieses Dienstadels war die Errichtung und Verwaltung von Burganlagen.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] OrdensburgBezeichnung für Burgen des Deutschen Ordens. Sie wurden hauptsächlich im Ordensland Preußen und in den baltischen Gebieten erbaut. Das Baumaterial hierfür war typischer weise Backstein. Die Kernburgen bestand meisten aus vier im rechten Winkel angeordneten Flügel (Typisch auch bei Kastellen der Römer). Die erste Burg des Ordens wurde im Jahre 1230 in Nassau erbaut. Hauptsitz des Ordens war später dann die Marienburg.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] ÖffnungsrechtVasallen die im Besitz einer Burg waren, wurden von ihrem Herrn gehalten ihm die Burg offenzuhalten, also ihm den Zutritt in die Burg zu gewähren. In späteren Zeiten haben viele Burgherren dieses Recht, meistens aus Geldnot, an andere verkauft.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] PfalzDie Pfalzen dienten den Königen und Kaisern der Karolinger, Salier und Staufer als Residenzen, zwischen denen Sie umher reisten um von dort aus zu Regieren und auch Gericht zu halten. Sie waren über das ganze Reich verteilt, wie z.B. Hagenau, Aachen oder Gelnhausen. Die Pfalzen waren zu Beginn nicht befestigt, was sich aber in späterer Zeit änderte.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] ReichsburgSie waren Burgen des Königs. Sie dienten dem König zum Schutz seiner Ministeriale, seiner Herrschaft und seiner Ländereien. Auf ihnen wurde auch Gericht gehalten.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] TruchsessDer Truchsess war im Mittelalter der Vorsteher des Hofhaushaltes des Königs und somit ein einflussreicher Hofbeamter. Diese Stellung brachte es aber mit sich, dass dieser noch weitere Aufgaben mit der Zeit übertragen bekommen hat. Solche Aufgaben waren z.b. Verwalter von Reichsgut, als Vormund für einen Königssohn, als Ratgeber des Königs oder wie Markward von Annweiler auch als Anführer des Reichsheeres. Am Ende des Mittelalters wurde auch ein Truchsessamt auf Reichsebene eingeführt, der sogenannte Reichstruchsess.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] ZisterneIst ein gemauerter, oder in dem Stein gemeißelter Wasserbehälter. In ihm wurde das Regenwasser der Burg gesammelt und oft sogar mit speziellen Filtereinrichtungen darin gleich gereinigt.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] ZwingerSo wird ein enger Raum zwischen Ringmauer und einer zweiten dünneren Mauer die näher zur Kernburg steht beschrieben. Durch diesen Zwischenraum wurde die Verteidigung gestärkt, da die Angreifer nach der Erstürmung der Ringmauer zusätzlich diesen freien Raum plus die Zwingermauer überwinden mussten.[zurück zum Inhaltsverzeichnis] |