Vorwerk Kleinfrankreich

Geschichte


Entstehung:
Die Burg wurde in der Mitte des 11. Jahrhunderts erbaut und diente dem Schutz des Klosters von Klingenmünster und seinen Liegenschaften.

Jahr 1116:
Wird die Burg sehr wahrscheinlich durch Herzog Friedrich II. von Schwaben im Auftrag von Kaiser Heinrich V. erobert.

Anfang 12.Jahrhundert:
Diverse bauliche Erweiterungen, wie die Aufstockung des Wohnturmes, Bau des Torturmes, Bau von Wirtschaftsgebäuden und der Anbau an der Ostseite des Wohnturmes.

Jahr 1106 - 1125:
In der Regierungszeit des salischen Kaisers Heinrich V. soll die Burg Staatsgefängnis gewesen sein.

Jahr 1168:
In diesem Jahr wurde die Burg als eine von vieren durch Kaiser Friedrich Barbarossa zerstört und ist seit dem Ruine. Als Ersatz dafür entstand die Reichsburg Landeck.

Besonderheiten

Einzige, zumindest in der Pfalz, in noch ursprünglichem Zustand erhalten Turmburg (Motte) aus der Salierzeit.

Lage

Die Burg steht auf einem künstlich aufgeschütteten Erdhügel (Motte) des Treitelskopf.



Beschreibung des baulichen Zustandes

Grundriss der Burg Schlössel Die Burg, dessen Name Heute nicht mehr bekannt ist, steht auf dem Areal einer Fliehburg aus dem 10. Jahrhundert, die dem Grundriss nach wie eine Acht ausgebildet war. Der eine Teil der dieser Acht wurde von der Turmburg in Anspruch genommen, der andere Teil vermutlich als Vorburg genutzt.

Der Wohnturm
Der alles beherrschende Wohnturm der Burg hat einen viereckigen Grundriss von ca. 13 x 13 Meter und eine Mauerstärke von ca. 2,5 Meter. Er soll in früherer Zeit vier bis fünf Stockwerke besessen haben, von denen Heute nur noch das Erdgeschoss erhalten geblieben ist. Dieses Erdgeschoss war mit Lichtschlitzen versehen die vermutlich auch als Schießscharten dienten. Die Fenster der oberen Stockwerke waren mit Arkadenfenstern ausgestattet wie Ausgrabungen ergaben. Den Abschluss soll eine Wehrplattform gebildet haben, die vermutlich mit einem schnell abnehmbaren Spitzdach abgedeckt war. Des Weiteren gab es noch einen Anbau in Norden und Osten des Turmes. Der erstgenannte Anbau hatte einen Grundriss von ca. 4 x 4 Meter und diente als Abortschacht der von den Oberen Stockwerken erreicht werden konnte. Der andere Anbau diente sehr wahrscheinlich dem Schutz des höher gelegenen Eingangs (vermutlich im 2. Geschoss gelegen) und soll in Deutschland einzigartig sein.

Burgareal innerhalb der Ringmauer
Die Ringmauer aus Stein entstand kurz nach dem Bau des Wohnturmes. Sie wurde aus kleinen Steinquadern errichtet und hat vermutlich einen Wall aus Sand und Holzpflöcken ersetzt. Von den Wirtschaftsgebäuden die sich auf diesem Areal befanden gibt es nur noch wenig aufgehendes Mauerwerk wie z.B. im Nordwesten. Grabungen auf diesem Areal, die immer noch anhalten und hoffentlich weitere Details an das Tageslicht befördern, haben bereits im südlichen Teil des Burgareals eine Herdstelle und einen Backofen zu Tage gefördert. Der Zugang zur Burg erfolgt über einen Torturm von dem sich leider nur geringe Reste erhalten haben.

Sonstiges
Das gesamte Mauerwerk besteht aus kleinen Quadern, die vor allem an den Ecken des Wohnturmes das typische Fischgrätenmuster aus der Salierzeit aufweisen. Das Burgareal war zusätzlich noch durch die Gräben und Wälle der ehemaligen Fliehburg geschützt. Die Grabungen die momentan auf der Burg stattfinden werden bestimmt noch einige interessante Aspekte zur Geschichte dieser Anlage zu tage fördern.

Anfahrtsweg

Zunächst der gleiche Anfahrtsweg wie bei der Reichsburg Landeck. Danach dem ausgeschilderten Weg zum "Waldschlössel" folgen.


Öffnungszeiten

Das ganze Jahr hindurch.

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