Auschnitt aus einer Ringmauer mit Buckelquadern, Bild aus dem privaten Fotoarchiv von J. Wegmann


Funktion

Die Ringmauer hatte die Aufgabe den Innenraum der Burg zu schützen. Jede richtige Burg, außer Turmburgen, besaß eine. Die war zusammen mit dem Bergfried eine der wichtigsten Einrichtungen zur Verteidigung der Burg.






Aufbau von Ringmauern

Der Aufbau einer Ringmauer richtet sich im wesentlichen nach den örtlichen Gegebenheiten.
Die Mauerstärke z.B. konnte in der ein und selben Ringmauer unterschiedlich sein. Es ist selbstverständlich, dass der der Angriffsseite zugewandte Teil der Ringmauer die größere Mauerstärke besaß, als der dem Angriff abgewandten Teil der Ringmauer. Des weiteren war die Mauerstärke der Ringmauer abhängig vom Schutz die sie geben musste. Lag die Burg z.B. auf einen Bergkegel mit steil abfallenden Flanken, genügte eine Mauer mit einer geringen Stärke, da zu der damaligen Zeit kaum anzunehmen war, dass an eine Burg in solcher Position kaum die Möglichkeit bestand ein mauerbrechendes Belagerungsgerät heranzuführen.
Um dies alles auf einen Nenner zu bringen, kann man sagen: Je weniger Schutz die geographische Lage bot, desto mehr Aufwand wurde an der Ringmauer, in Form von z.B. Mauerstärke, betrieben.
In der nun folgenden Grafik wird gezeigt welche äußere Erscheinungsform die Ringmauer einer Burg aufweisen konnte. Dabei konnte es sich z.B. um Feldsteine handeln oder auch um die im 11. und 12. Jahrhundert eingesetzten lagerhaften Bruchsteine, die im Fischgrätenmuster zusammen gesetzt waren. Besonders zu erwähnen sind noch die in der Stauferzeit sehr oft eingesetzten Buckelquader mit Randschlag.

Beispiel verschiedener Steinarten aus der eine Ringmauer erbaut war













Baumaterial

Welche Art von Baumaterial für eine Ringmauer verwendet wurde war in erster Linie abhängig welches Material es vor Ort gab (Granit, Sandstein usw.), der Erfahrung der Bauarbeiter und von dem Transportmöglichkeiten. Ein wichtiger Faktor war aber auch der finanzielle Status der Bauherrn.

Aufbau der Ringmauer im Querschnitt

Man unterscheidet ein-, zwei- und dreischlagige Mauern


Einschlagige Mauern

Einschlagige Mauern besaßen in der Regel Mauern nur geringe Stärke. Sie bestand dann meistens aus lagerhaft bearbeiteten Steinen oder aus Backsteinen.




Zweischlagige Mauern

Hatten einen Quader- oder Buckelquader-Vormauerung (von außen sichtbar) und eine von innen sichtbare Steinschicht z.B. aus lagerhaft beabreiteten Steinen.




Dreischlagige Mauern

Die Vor- und Rückseite sind vergleichbar mit der zweischlagigen Mauer, nur das zwischen diesen beiden Mauerschichten ein Zwischenraum belassen wurde, der mit Mörtel, Steinschutt, Grobkies und andern Materialen aufgefüllt wurde.




Wehrgänge auf der Ringmauer


Beispiel eines hölzernen Wehrganges Um besser die Annäherung von Feinden überwachen zu können wurde die Ringmauer so gut wie immer mit Wehrgängen ausgestattet. Dies gelt besonders an Stellen wo die Ringmauer besonderen Schutz benötigte.
Ein Wehrgang konnte z.B. direkt auf die Mauerkrone gebaut werden. In diesem Fall bestand die Brustwehr dann aus Holz oder Stein. Eine andere Möglichkeit war, den Wehrgang an der Innenseite der Ringmauer auf Kragsteine, die aus der Ringmauer ragten, aufzulegen.
Bei Burgen die keine Vorrichtungen für einen Wehrgang auf der Ringmauer erkennen lassen, ist anzunehmen, dass im innern der Burg ein Holzgerüst an der Ringmauer aufgestellt war, an dessen oberen Ende der Wehrgang angebracht war.
Der Schutz für die Verteidiger der Burg wurde durch Zinnen auf der Mauerkrone oder durch Schießscharten in der Ringmauer gewährleistet. Die Zinnen hatten den Vorteil, dass die Verteidiger durch die Zwischenräume Unrat auf die Angreifer werfen konnten. Der Nachteil war aber, dass die Verteidiger leicht getroffen werden konnten, was bei den engen Schießscharten nicht in dem Maße der Fall war.





Allgemeine Maße

Mauerstärke

Die Mauerstärke liegt im Schnitt bei ca. 1,5 Metern. Dieser Durchschnitt wurde an Hand von noch vorhanden Burgengrundrissen errechnet.


Höhe

Soweit dies Heute noch beurteilt werden kann liegt die Höhe einer Ringmauer bei 5 - 12 Meter.


Grundrisse von Ringmauern

Der Grundriss einer Ringmauer folgte zu einem großen Prozentsatz immer den Umrissen der geographischen Gegebenheiten. Man spricht heute von einem Prozentsatz um die 50 %. Wo es aber möglich war bevorzugten die Burgenbauer regelmäßige Formen, wie z.B. das Rechteck. Noch interessant ist, dass nach heutigem Kenntnisstand nur 10 % aller Burgen einen runden Grundriss hatten.



Zum Schluss ist noch zu erwähnen, dass die Ringmauer zusammen mit dem Bergfried die wichtigsten Einrichtungen zur Verteidigung der Burg darstellten.

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