Zisterne der Burg Landeck im Burghof, Bild aus dem privaten Fotoarchiv von J. Wegmann
Zisterne der Burg Landeck.

Funktion

Brunnen und Zisternen diente zur Wasserversorgung der Burgbewohner in Friedenszeiten, ganz besonders aber in Zeiten einer Belagerung.

Bau

Brunnen
Die Herstellung eines Brunnenschachtes war eine kostspielige Angelegenheit, die sich nur gut betuchte Burgbesitzer leisten konnten. Es gab Brunnenanlagen die so teuer waren wie die Burg selbst. Ein Beispiel für eine solch teure Anlage war die Burg Homburg, bei der der Brunnenschacht 150 Meter in die Tiefe ging und 25000 Gulden kostete. Aber es gab noch Brunnen die tiefen um die 200 Meter erreichten. Bei großen Brunnenanlagen konnte sich die Bauzeit auf mehrerer Jahrzehnte ausdehnen, ein Beispiel dafür ist die Festung Königstein deren Bauzeit für den Brunnen 40 Jahre betrug. Der Vorteil von Brunnen gegenüber einer Zisterne liegt natürlich klar auf der Hand. Ein Brunnen liefert durch das ganze Jahr hindurch Wasser, hingegen eine Zisterne nur solange Wasser liefern kann bis der Vorrat aufgebraucht war, oder sie durch Regen wieder aufgefüllt wurde.

Zisternen
Zisternen sind aus dem Fels gemeißelte oder gemauerte Behälter die des öfteren auch mit einer Filteranlage ausgestattet waren. In sie wurde das Regenwasser von den Dächern der Häuser eingeleitet. Die Zisternen waren kostengünstige alternativen zu einem Brunnen. Selbst eine Burg wie die Reichsburg Landeck begnügten sich mit einer Zisterne.

Zisterne mit Filteranlage


Lage

Die bevorzugte Lage für Zisternen und Brunnen kann eindeutig im Hof der Kernburg festgestellt werden. Dies ist logisch, da im Falle der Einnahme einer Burg die Kernburg als letztes aufgegeben wurde. Es gibt aber auch Beispiele wo man sie in der Vorburg oder in einem Zwinger findet. Brunnen fand man auch öfters am Rande des Kernfelsen, von Sie dann durch spezielle Brunnentürme die sich an den Kernfelsen anlehnten, oder auch frei standen, gesichert wurden. In selten Fällen waren diese auch in Gebäuden der Burg untergebracht wie z.B. im Palas.

Sonstige Anmerkungen

Heute ist auch anzunehmen das alle Brunnen und Zisternen durch Abdeckung aus Holz oder Steinen vor Verunreinigungen geschützt wurden.
Die Tiefe des Brunnenschachtes begann ab ein paar Metern und endete bei Tiefen von ca. 200 Metern, dies war immer abhängig vom Grundwasserspiegel vor Ort.
Manch eine Burg kam sogar gänzlich ohne Brunnen und Zisterne aus, da sich auf dem Burggelände eine Quelle befand, oder durch einen Wasserleitung in die Burg geleitet werden konnte.

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