Geschichte der BurgEntstehung: Ist im 12. Jahrhundert gegründet worden. Jahr 1152: Kaiser Barbarossa gab das Lehen an das Bistum Speyer. Jahr 1201: Tauchte zum ersten Male ein Rudolf von Berwartstein auf. Es ist aber anzunehmen, dass das Geschlecht der Berwartsteiner schon seit 1152 als Vögte des Hochstift Speyer die Burghut inne hatten. Jahr 1314: Nach fünf Wochen Belagerung, unter Eberhard von Berwartstein, wurde durch ein Kontingent von Hagenau und Straßburg die Burg (angeblich durch Verrat) eingenommen. Die Burg wurde damals schwer beschädigt und der Wiederaufbau ruinierten die Burgherren, die aber weiterhin im Besitz der Burg blieben. Jahr 1343: Der letzte der Berwartsteiner musste die Burg an die Herren von Weingarten verkaufen. Das Geschlecht der Berwartsteiner erlosch dann auch im Jahre 1345. Jahr 1347: Die Herren von Weingarten verkauften die Burg an die Benediktinerabtei in Weißenburg für 800 Pfund Heller. Jahr 1453: Kurfürst Friedrich der Siegreiche erhielt das Öffnungsrecht. Jahr 1472: Bei der Fehde der Kurpfalz gegen Weißenburg, der so genannten "Weißenburger Fehde", wurde die Burg durch Mannen des Kurfürsten besetzt. Nach Friedensschluss blieb sie im Besitz des Kurfürsten. Jahr 1480: Hans von Trott erhielt die Burg zum Lehen. Jahr 1485: Wurde Hans von Trott wird Eigentümer der Burg, räumte aber der Kurpfalz das Öffnungsrecht ein. Auch betreibt er in dieser Zeit (ab dem Jahr 1484) einen verstärkten Ausbau der Verteidigungsanlagen und erbaut gegenüber der Burg auf einem Absatz des Nestelberges ein Vorwerk namens Kleinfrankreich. Nach seinem Tode 1503 blieb die Burg noch bis 1545 in der Händen derer von Trott. Jahr 1545: Ging die Burg in den Besitz derer von Fleckenstein über, sie behielten den Besitz bis zum Jahr 1637. Jahr 1591: In diesen Jahr brannte die Burg durch Blitzschlag aus. Ein Wiederaufbau erfolgte nicht. Jahr 1637: Das Bistum Speyer kam in den Besitz der Burg. Jahr 1648: Ein Freiherr von Waldenburg bekommt die Burg als Lehen. Jahr 1793: Enteignung der Waldenburger durch die Franzosen. Jahr 1840: Die Familie von Waldenburg kommt wieder in den Besitz der Burg. Jahr 1842 - 1893: In diesen Jahren ist die Burg in wechselndem Besitz von mehreren französischen Familien. Jahr 1893: Ist sie im Besitz eines Hauptmann a. D. Theodor von Bagienski. Vom ihm erhielt die Burg ihr heutiges Aussehen. Allerdings legte er beim Aufbau wenig Wert auf historische Belange. Jahr 1922: Erwarb Aksel Faber aus Dänemark die Burg. Jahr 1955: Ging die Burg in den Besitz der Familie Wadle über, die sie bis zum heutigen Tag auch noch selbst bewohnt.
BesonderheitenDie Burg ist die einzige noch Heute bewohnte in der Pfalz, sichtbarer Aufgangsschacht zur Oberburg (ehemaliger Eingang zur Burg), unterirdische in den Fels gehauen Gänge, ein 104 Meter tiefer Brunnen.
LageDie Oberburg thront auf einem steilen Sandsteinfels.
Beschreibung des baulichen Zustandes
Der Komplex der Burg ist nahezu an allen Seiten, außer im Südosten der Oberburg von einer weiträumigen Vorburg umgeben. Die Vorburg war einmal durch vier, vielleicht auch fünf, Geschütztürme im nördlichen Teil der Burg geschützt. Diese Türme dürften wohl von Hans Trott erbau worden sein. Leider ist von diesen Türmen nur noch der in der Nordwestecke erhalten. Steht man erst einmal in der Mitte der Vorburg kann man die ganze Nordseite der Kernanlage überblicken, die zweigeschossige Unterburg und die dreigeschossige Oberburg. Das Mauerwerk besteht zum größten Teil noch aus Buckelquadern mit Randschlag. Die Unterburg liegt auf einer niedrigen Felsterrasse auf. In ihrer nordöstlichen Ecke ragt ein hufeisenförmiger Geschützturm in die Vorburg hinein. Dieser Turm wurde in neuer Zeit in eine Kapelle umgewandelt. Im Osten des sogenannten Burggarten befindet sich ein Rundturm, gemauert aus kleinquadrigem Mauerwerk. In seinem Untergeschoss beginnt ein in den Fels gehauener unterirdischer Gang, der in Richtung Westen verläuft. Der Felsgang wird jeweils nur durch zwei viereckige Felskammern unterbrochen. Im Obergeschoss der Unterburg ist dann noch der 104 Meter tiefe Burgbrunnen zu besichtigen. Zu der Unterburg gehören noch weitere verschiedene Räumlichkeiten wie z.B. die Waffenkammer, Küche, Folterkammer, Rittersaal usw. Die Oberburg hat eine ungefähre Abmessung von 8x30 Metern und liegt auf einem Felsenriff, dass sich in ostwestlicher Richtung erstreckt. Die Oberburg beherbergt auf der Mitte ein Wohngebäude das von zwei Türmen flankiert wird. Diese beiden Türme sind wie eine Art Schildmauer ausgebildet. Interessenart ist noch, dass der östliche der beiden Türme auf halber Höhe zwei rundbogige Türdurchgänge besitzt. Diese stellten einmal ein Verbindung zu der Ringmauer auf das östlich vorspringenden Felsplateau (auch Tanzfels genannt) her. Dieses Plateau scheint früher einmal, nach den Abarbeitungen zu schließen, mit einem Fachwerkhaus bebaut gewesen zu sein. Über diese Burg könnte noch viel gesagt werden, aber dies würde den Rahmen sprengen. Die Burg ist aber auf jeden Fall einen Besuch wert. Nach der Führung kann man noch in dem zum Gastraum umgebauten Rittersaal etwas stärkendes zu sich nehmen.
AnfahrtswegDie Burg liegt nahe bei dem Ort Erlenbach, der über eine Abfahrt der B 427 zu erreichen ist. Der Fahrweg zur Burg ist direkt im Dorf ausgeschildert und führt von dort genau unter die Burg. Vom Parkplatz aus zum Berwartstein sind es dann nur noch wenige Minuten Fußweg.
ÖffnungszeitenIn Regelmäßigen Abständen werden Burgführungen im Inneren durchgeführt. Nähere Informationen unter der TelefonNr. 06398 /210. |