Bergfried der Burg Scharfenberg bei Annweiler, Bild aus dem privaten Fotoarchiv von J. Wegmann

Funktion

Der Bergfried einer Burg hatte im wesentlichen dem Zwecke der Verteidigung zu dienen, war die Burg eingenommen worden konnte sich die Besatzung in diesen zurückziehen. Manche Bergfriede waren nach ihrer Ausstattung (z. B. eingebauter Kamin) sogar bewohnt.

Bau

Heute wird angenommen, dass bei einem Neubau einer Burg zuerst der Bergfried und danach die Ringmauer (oder Palisaden) errichtet wurde, da zu der damaligen Zeit auch beim Bau einer Burg immer mit Angriffen zu rechnen war.

Räumlichkeiten

Ein Bergfried war immer in mehrere Geschosse aufgeteilt.
Das unterste Geschoss diente oft als Gefängnis (der Zugang durch das "Angstloch" war meist im Scheitelpunkt Decke) oder Vorratsraum und hatte meist eine gewölbte Decke ohne jegliche Öffnung in den Wänden.
Das darüber liegende Geschoss beherbergte fast immer den in einiger Höhe gelegen Eingang und soweit das untere Geschoss als Gefängnis diente, hatte es auch die Vorräte aufzunehmen.
Die nun folgenden Geschosse hatten in den Wänden kleine Einlässen um ein wenig Licht einzulassen, waren ab und zu mit Abtrittserker und/oder sogar mit einem Kamin ausgestattet. Die Decken und Böden die Geschosse bildeten Lagen aus Brettern und Balken die wiederum auf Kragsteinen auflagen, die aus dem Mauerwerk des Bergfriedes ragen.
Oben am Zinnenkranz des Bergfried angelangt, befindet sich die Wehrplattform. Von dieser Plattform hatten die Verteidiger die beste Verteidigungsmöglichkeit da bei der Planung der Burg dieser oft an strategisch wichtigen Positionen platziert war. Diese Plattform konnte auch einen Waffe wie z.B. eine Steinschleuder aufnehmen.
In Friedenszeiten ist anzunehmen, dass diese Plattform durch ein schnell abnehmbares Spitzdach geschützt war. Bei den meisten Bergfrieden nahm die Mauerstärke von unten nach oben immer stärker ab.

Allgemeine Daten

Grundrissformen von Bergfrieden

Bei Untersuchungen in der neusten Zeit wurden festgestellt, dass fast dreiviertel der Heute noch vorhanden Bergfriede quadratisch (ca. 50%) oder rund (ca. 33%) waren. Der Rest verteilt sich auf Grundrisse, wie z.B. Halbkreis, Fünfeck, Achteck usw. (siehe auch die folgende Übersicht).

Verschiedene nachgewiesene Grundrisse von Bergfrieden


Mauerstärke

Bei der Betrachtung gehen wir vom Sockel der Bergfriede aus. Demzufolge gibt es in diesen Bereich eine Bandbreite von ca. 1,0 m - 4,5 m.


Höhe

Soweit dies Heute noch beurteilt werden kann lag die Höhe der Bergfriede in einem Bereich von 12,0 m - 40,0 m.


Position des Bergfriedes in der Burg

Mögliche Lagen des Bergfriedes in, oder außerhalb der Burg


Zum Schluss ist noch zu erwähnen, dass der Bergfried beim überwiegenden Teil der Burgen des Rückgrad der Verteidigung darstellte und gleichzeitig der letzte Zufluchtsort im Falle, dass die Burg von den Angreifern eingenommen wurde.

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